Raus aus dem Alltag – Donau Region Nikopol in den nächsten Wochen
In den nächsten Wochen tut sich entlang der Donau mehr als man auf den ersten Blick denkt. Nikopol selbst ist in den großen Event Portalen aktuell erstaunlich still, so als würde die Stadt offiziell so tun als gäbe es nur Wind, Wasser und Geschichte. In der Realität reicht es, den Blick ein Stück den Fluss entlang zu schieben und plötzlich stehen da Termine die genau in diese Jahreszeit passen. Nicht als überdrehtes Spektakel, sondern als gute Gründe sich aus dem Alltag zu ziehen, einmal durchzuatmen und nebenbei noch etwas mitzunehmen das im Kopf bleibt.
Den Auftakt macht Pleven Ende Februar. Am 28. Februar und 1. März läuft dort das Festival „Zdravey, zdrave“, ein Wochenende das Gesundheit nicht als moralischen Zeigefinger verkauft, sondern als Mischung aus Impulsen, Menschen, Ideen und ganz praktischen Themen. Wer nach einem Winter merkt das Körper und Kopf ein kleines Reset gebrauchen könnten, bekommt hier Stoff zum Mitnehmen. Keine leere Wellness Kulisse, sondern ein Programm das sich an Leute richtet die neugierig sind und sich nicht mit banalen Ratschlägen abspeisen lassen.
Direkt danach folgt Belene vom 1. bis 3. März mit einem Festival, das unter dem Titel „Bulgarischer Geist, Kreativität und historische Erinnerung“ angekündigt ist. Das liegt bewusst um den Nationalfeiertag herum und trifft damit einen Nerv der in Bulgarien jedes Jahr spürbar wird. Es ist diese Mischung aus Kultur, Geschichte und Identität, die man nicht erklären muss wenn man einmal erlebt hat, wie anders ein 3. März hier wirkt. Wer das Land verstehen will, bekommt an diesen Tagen mehr Gefühl für Bulgarien als durch zehn kluge Bücher im Sessel.
Und dann ist da natürlich der 3. März selbst, der Nationalfeiertag. In der Region gibt es fast überall Zeremonien, Konzerte, Ausstellungen und lokale Programme, mal kleiner, mal größer, aber selten gleichgültig. Das ist kein Termin für Leute die nur die hübsche Oberfläche suchen. Das ist ein Tag an dem man spürt, wie stark Geschichte hier im Alltag noch mitschwingt. Wer den Kopf offen lässt nimmt etwas mit, das man nicht in Fotos packen kann.
Wer es später im März eher kulturell und etwas feiner will sollte Svishtov auf dem Zettel haben. Am 27. und 28. März findet dort der nationale Festival Wettbewerb für Amateur, Kammer und Café Theater statt. Genau das ist die Sorte Veranstaltung, die viele unterschätzen bis sie einmal drin sitzen. Amateurtheater in Bulgarien bedeutet oft nicht dilettantisches Gestammel, sondern Herz, Disziplin und ein Publikum das wirklich zuhört. Ideal für einen Abend der nicht laut sein muss um zu wirken.
Und wer sich einen größeren Wurf gönnen will nimmt sich Ruse vor. Dort laufen die March Music Days vom 13. bis 29. März, ein großes Klassikfestival mit Tradition. Das ist nicht mehr die unmittelbare Nachbarschaft, aber entlang der Donau ist eine Fahrt manchmal Teil des Reizes. Ruse ist in diesen Tagen ein anderes Pflaster und wer klassische Musik mag oder einfach einmal sehen will wie viel Kultur in einer bulgarischen Stadt stecken kann, bekommt hier ein Programm das sich nicht verstecken muss.
Das Schöne daran ist, dass so ein Event Wochenende nicht in Stress ausarten muss. Wer den Ausflug in die Region um Nikopol plant kann ihn direkt mit einer kleinen Auszeit verbinden. Für genau diese Zeiträume sind nach aktuellem Stand noch Unterkünfte bei Myra Sachs auf ihrem Pferdehof buchbar. Das ist ideal, wenn man tagsüber zu den Veranstaltungen fährt und abends nicht wieder in irgendein anonymes Zimmer fällt, sondern zur Ruhe kommt, in die Luft, in die Weite und in dieses ländliche Bulgarien das man sonst oft nur im Vorbeifahren streift. Ein paar Tage raus, ein bisschen Kultur oder Geschichte, die Donau als Linie im Hintergrund und ein Ort zum Runterkommen als Basis.


